Wenn man dieses Wochenende im Tierheim Ludwigshafen e.V. in einem Satz zusammenfassen müsste, dann wohl so: sonnig, intensiv – und voller Kontraste zwischen Hoffnung und Kopfschütteln.
Der Samstag hatte richtig Zug drauf. Zwischen Vermittlungsterminen lief das Ehrenamt auf Hochtouren und hat parallel schon die Basis für das kommende Frühlingsfest gelegt. Rasen mähen, Mulch verteilen, Flohmarkt sortieren – viele haben irgendwo angepackt, damit nächsten Samstag alles rund läuft. Und bei all dem Trubel gab’s auch diese Momente, die einfach gut tun: Sonne im Gesicht, ein kurzer Plausch zwischendurch, das Gefühl, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. ☀️
Während draußen gewerkelt wurde, lief in der Katzenquarantäne ein ganz anderes Programm – eher Ausnahmezustand als Alltag. Sieben Fundkatzen allein am Samstag, darunter fünf Kitten, ein Muttertier und ein Kater. Für jedes einzelne Tier: Eingangscheck, Gesundheitsprüfung, Parasitenkontrolle. Und gleichzeitig diese eine Frage, die immer wieder im Raum steht: Wie kann das sein? Trotz Kastrationspflicht in Ludwigshafen. Trotz all der Aufklärung. Bitte – es ist so entscheidend: Kastrieren, chippen, registrieren.
Das ist kein „Nice-to-have“, sondern aktiver Tierschutz und der einzige Weg, dieses Leid langfristig einzudämmen.
Der Sonntag brachte dann wieder die schönen Seiten: ein gemeinsamer Spaziergang mit Interessenten, echte Begegnungen, vorsichtiges Kennenlernen. Und gleich zwei Happy-End-Momente – Tofu und Stewart durften ausziehen. Wir drücken fest die Daumen, dass sie gut ankommen und Schritt für Schritt in ihr neues Leben wachsen. 🐾
Aber wie so oft gehören auch die anderen Geschichten dazu. Fridolin, ein Fundhund, der am Wochenende seine ersten Schritte bei uns gemacht hat ist noch unsicher, wir sind gespannt wo hier die Reise hingeht. Natürlich ist er nicht gechipt und bislang auch nicht vermisst.
Und dann gibt es diese Momente, die einen ehrlich gesagt fassungslos zurücklassen. Am Sonntagnachmittag stand plötzlich jemand mit einem American Staffordshire Terrier vor dem Tor – natürlich nicht als Listenhund gemeldet, und der Hund musste „sofort weg“. Kein Plan, keine Vorbereitung, keine Übernahme von Verantwortung. Hauptsache, das Problem ist schnell abgegeben.
Gerade bei solchen Hunden reden wir aber nicht von „mal eben unterbringen“. Diese Tiere bringen Auflagen mit sich, behördliche Klärungen, Wesenstests, Haltungsauflagen, teilweise eingeschränkte Vermittlungsmöglichkeiten. Das bedeutet für uns: mehr Zeit, mehr Abstimmung, mehr Ressourcen.
Und auch finanziell ist das ein echter Kraftakt. Allein die Grundversorgung summiert sich schnell: hochwertiges Futter, tierärztliche Checks, Impfungen, Kastration, Parasitenbehandlungen. Dazu kommen Kosten für Verhaltenstraining oder Einschätzung durch Fachstellen. Gerade bei solchen Hunden ist es wichtig, individuell zu arbeiten.
Das alles passiert bei uns, weil wir nicht wegschauen können. Aber es zeigt eben auch ganz deutlich: Ein Tier anzuschaffen bedeutet Verantwortung – finanziell, organisatorisch und vor allem langfristig. Und genau diese Verantwortung lässt sich nicht einfach am Tierheimtor abgeben.
Und als wäre das nicht genug, kam noch ein Korb voller Entenküken aus dem Ebertpark dazu – erneut Opfer von Angriffen, ein Problem, das jedes Jahr wiederkehrt und dringend nachhaltige Lösungen braucht.