Puh… dieses Wochenende hatte es wirklich in sich – und das lag ausnahmsweise nicht nur an den Temperaturen. Wenn man im Tierheim Ludwigshafen e.V. unterwegs war, hat man schnell gemerkt: Hier läuft gerade alles gleichzeitig. Emotionen, Organisation, Hoffnung – und ja, manchmal auch Frust.
Freitag, später Nachmittag.
Eigentlich so ein Moment, in dem man langsam Richtung Feierabend schielt – und dann steht er plötzlich da: ein neuer Abgabehund. Zwei Jahre alt, unkastriert, komplett aus der Bahn geworfen, ohne klare Orientierung. Seine bisherigen Menschen? Überfordert. Verunsichert. Mit Angst im Gepäck – vor allem mit Blick auf den baldigen Familienzuwachs.
Und der Hund? Kennt vor allem eine Strategie: nach vorne gehen. Laut, schnell, unkontrolliert.
Was bleibt, ist dieses Gefühl, das wahrscheinlich jede*r im Team kennt: eine Mischung aus Fassungslosigkeit, Wut und Traurigkeit. Denn irgendwo hat diese Geschichte mal anders angefangen – mit einem „Wir wollen dich“. Und jetzt? Übergabe, Verantwortung abgeben, Kosten bitte auch gleich mit.
Und genau hier zeigt sich, warum wir als Tierheim Ludwigshafen e.V. auf Unterstützung angewiesen sind. Denn alles, was jetzt folgt – Tierarztkosten, Training, Unterbringung, Zeit, Geduld – wird jetzt vom Verein getragen. Von uns allen.
Das ist nur möglich, weil so viele Menschen hinter uns stehen. Weil gespendet wird, weil geholfen wird, weil Verantwortung hier nicht einfach weitergeschoben, sondern getragen wird. Und genau für solche Fälle brauchen wir diese Unterstützung für Tiere, die aus unterschiedlichsten Gründen durchs Raster gefallen sind und bei uns eine zweite Chance bekommen.
Samstag – einmal durchatmen? Eher nicht.
Der Tag startet direkt mit einer Überraschung im Feuerwehrzwinger: zwei Pomeranians, behördlich eingewiesen. Klein, wuschelig – aber die Geschichten dahinter sind selten so flauschig wie das Fell. Also: ankommen lassen, Quarantäne vorbereiten, beobachten. Alles Schritt für Schritt.
Parallel dazu läuft der „ganz normale Wahnsinn“:
Gassigeher*innen, die bei bestem Wetter unterwegs sind, Vermittlungsgespräche, Telefonate, Organisation. Und mittendrin diese kleinen, wertvollen Inseln:
Unsere Fee hatte Besuch von ihrer Patin. Kuscheln, ein gemeinsamer Spaziergang, einfach mal gesehen werden. Genau solche Momente sind es, die den Alltag tragen.
Und weil es nie bei „ein bisschen Trubel“ bleibt, kam am Nachmittag die nächste Welle:
Die Tiernotrettung brachte sieben Wachteln – gehalten in winzigen Käfigen. Ein Bild, das man nicht so schnell vergisst. Also wieder: begutachten, dokumentieren, unterbringen. Jeder Handgriff sitzt, auch wenn die Uhr längst sagt, dass eigentlich Feierabend wäre.
Spoiler: War er natürlich nicht. Wie so oft.
Sonntag – leiser, aber nicht weniger besonders.
Der Tag startet kühler, fast ein bisschen ruhiger. Und dann kommt einer dieser Momente, die alles andere kurz in den Hintergrund rücken:
Für Nessel ist heute Auszugstag.
Die kleine Samtpfote packt quasi ihre unsichtbaren Köfferchen und zieht ins neue Zuhause. Genau dafür machen wir das alles. Viel Glück, kleine Maus – mach’s gut da draußen.
Und dann war da noch Noah.
Besuch hatte sich angekündigt – Menschen, die sich ernsthaft Gedanken gemacht haben. Die wissen wollten, was es braucht, damit ein Pflegeplatz wirklich passt. Kein Schnellschuss, sondern echtes Interesse.
Und Noah? Hat die Entscheidung einfach selbst übernommen.
Nach dem Spaziergang, ein Sprung auf den Schoß, ein tiefer Seufzer – und fast eingeschlafen beim Kuscheln.
Wenn ein Hund so klar zeigt „Hier könnte ich ankommen“, dann sagt das mehr als jedes Gespräch. Jetzt heißt es Daumen drücken. Es wäre mehr als nur ein Platz – es wäre eine echte Chance.
Wenn man dieses Wochenende in einem Wort zusammenfassen müsste, dann vielleicht so: intensiv.
Mit allem, was dazugehört. Laut und leise. Schwer und leicht.