Wieder liegt ein intensives Wochenende hinter uns – und aktuell wird spürbar, dass Maßnahmen, die wir bereits vor Tagen angestoßen haben, jetzt Wirkung zeigen. Genau das sind diese kleinen, aber entscheidenden Stellschrauben, die den Alltag im Tierheim Ludwigshafen e.V. für unsere Tiere ein Stück besser machen.
Schon am vergangenen Wochenende haben unsere fleißigen Ehrenamtlichen PVC-Matten an den Hunde-Eingängen angebracht. Zusätzlich war der Heizungsinstallateur vor Ort, hat die Leitungen entlüftet, Einstellungen angepasst und dafür gesorgt, dass die Heizung ihre Energie stärker ins Heizen statt ins Warmwasser steckt. Und jetzt merken wir es deutlich: Es ist spürbar wärmer geworden – auch nachts. 🌡️ Dazu kamen unzählige Hundemäntel aus euren Spenden. Diese Selbstverständlichkeit, mit der ihr an unsere Tiere denkt, berührt uns jedes Mal aufs Neue. Für besonders frostige Kandidaten setzen wir außerdem Wärmelampen ein – und nach einem kurzen Story-Aufruf am Samstag war unsere komplette Wunschliste innerhalb von nicht mal einer Stunde erfüllt. Diese Art von Unterstützung ist alles andere als selbstverständlich. Danke von Herzen. 💚
Wie so oft lagen Freude und Herausforderung dicht beieinander: Einige Tiere durften in ihr neues Zuhause ziehen – Momente, die uns Kraft geben und zeigen, warum wir das alles machen. Gleichzeitig kamen neue Schützlinge zu uns: zwei unkastrierte, nicht gekennzeichnete Fundkater, ein Hund, der nach einem Beißvorfall mit einem Artgenossen vorübergehend bei uns untergebracht ist, bis der Sachverhalt geklärt ist, und vier Tauben. Eine Stadttaube und drei Brieftauben, alle stark abgemagert, geschwächt und mit Trichomonadenbefall.
Gerade das Thema Brieftauben macht uns immer wieder fassungslos. Diese Tiere sind keine frei lebenden Wildtiere, die „schon irgendwie klarkommen“. Finden sie nicht nach Hause – sei es durch Erschöpfung, Orientierungslosigkeit, Verletzungen oder Krankheit – beginnt ein Leidensweg aus Hunger, Kräfteeinbruch und ständiger Lebensgefahr durch Verkehr, Greifvögel oder Menschen. Viele bezahlen diesen verzweifelten Versuch, heimzufinden, mit dem Leben. Andere schaffen es nur unter größter Anstrengung und kommen völlig entkräftet irgendwo an, wenn sie Glück haben und Hilfe finden.
Für uns stellt sich dabei immer wieder dieselbe Frage: Was ist das für ein Hobby, bei dem einkalkuliert wird, dass Tiere verloren gehen, elend zugrunde gehen oder schwer krank zurückbleiben? Dieses systematische Aussetzen und die Gleichgültigkeit gegenüber dem individuellen Schicksal jedes einzelnen Tieres tragen massiv zum globalen Taubenleid bei – und sind aus Tierschutzsicht nicht zu rechtfertigen. 🕊️
Ebenfalls schwer nachvollziehbar war ein weiterer Fall an diesem Wochenende: Ein vorbildlich kastrierter und registrierter Kater landete als Fundtier bei uns. Die Halter konnten über TASSO informiert werden – dennoch wartet dieses Familienmitglied seit mittlerweile fünf Tagen in der Quarantänestation darauf, abgeholt zu werden, die Halter sind Zuhause. Wir haben Verständnis dafür, dass Menschen arbeiten. Aber wir sind sieben Tage die Woche von früh morgens bis spät abends vor Ort – und wenn man mit uns spricht, findet sich immer eine Lösung. Wo ein Wille ist, ist aus unserer Sicht auch ein Weg.
So blicken wir nach vorne auf die kommenden Tage – mit der Hoffnung, möglichst viele Menschen zu erreichen und zum Nachdenken anzuregen. Tierleid lässt sich nur durch Verantwortung, Hinschauen und kontinuierliche Aufklärung minimieren. Danke an alle, die uns unterstützen, mitdenken und diesen Weg gemeinsam mit uns gehen. 🤝🐾