Manchmal gibt es im Tierheim Themen, bei denen man sich wirklich fragt, wie wir immer wieder an denselben Punkt kommen. Genau so ein Fall beschäftigt uns gerade bei einer Gartenanlage, aus der wir bereits am vergangenen Wochenende sechs Kitten aufgenommen hatten.
Die Katzen dort werden zwar gefüttert, um die Kastration hat sich bisher allerdings niemand wirklich zuständig gefühlt. Erst jetzt haben weitere Nachbarn die Situation gemeldet – und so ging es für uns wieder dorthin, um nach und nach weitere Tiere einzufangen. Denn wenn man die Situation einfach laufen lässt, dauert es nicht lange, bis aus einer überschaubaren Anzahl Katzen eine regelrechte Explosion der Population wird.
Allein an diesem Standort konnten wir inzwischen neun weitere Katzen sichern. Drei davon sind tragende Katzen. Ihr könnt euch also selbst ausrechnen, was das bedeutet: Wenn jede dieser drei Kätzinnen beispielsweise sechs Kitten bekommt, sind wir schon wieder bei 18 weiteren Katzen. Und diese Kitten werden irgendwann selbst geschlechtsreif und vermehren sich weiter.
Genau deshalb gibt es in Ludwigshafen die Katzenschutzverordnung – und das ist auch gut so. Denn Füttern alleine reicht nicht. Natürlich ist es wichtig, Tiere nicht verhungern zu lassen. Aber wer sich um eine freilebende Katzengruppe kümmert, sollte auch dafür sorgen, dass die Tiere entsprechend kastriert (und das wird bei uns gemacht) und bei Bedarf medizinisch versorgt werden. Eine Katze kann zweimal im Jahr Nachwuchs bekommen und damit wird aus „wir behalten einfach ein paar“ sehr schnell ein massives Problem.
Deshalb unsere Bitte: Wenn euch irgendwo eine Stelle auffällt, an der sich immer mehr freilebende Katzen sammeln, schaut bitte nicht weg. Füttern ist wichtig – aber Kastration ist noch viel wichtiger. Nur so lässt sich langfristig verhindern, dass immer mehr Tiere geboren werden, für die später niemand Verantwortung übernehmen kann.
Aber natürlich gab es an diesem Wochenende auch jede Menge schöne Nachrichten. ❤️
Unser Frankie hat sein großes Glück gefunden und durfte nach wirklich kurzer Zeit bei ganz tollen Menschen einziehen. Wir freuen uns riesig für ihn, dass nun sein neues Kapitel beginnt.
Auch Müsli durfte Interessenten kennenlernen und Oakley hatte sogar die Möglichkeit, den Tag bei seinen Interessenten zu verbringen. Und was sollen wir sagen? Es hat verdammt gut geklappt! Jetzt heißt es Daumen drücken, dass aus diesem Kennenlernen vielleicht schon bald ein endgültiges Happy End wird.
Und dann ist da noch unser Titou. Er lernt weiterhin Stück für Stück die Welt kennen und zeigt uns dabei jeden Tag, was für ein unglaublich toller, sanfter Kerl in ihm steckt. Er bemüht sich so sehr und freut sich unfassbar über jede Zuwendung.
Titou hat in seinem bisherigen Leben so viel verpasst. Er kannte eigentlich nur den Messihaushalt und den Garten – viel mehr von dieser großen Welt durfte er bisher nicht kennenlernen. Und trotzdem begegnet er den Menschen so freundlich und vorsichtig. Einige Ängste sind noch da, aber wir sind guter Dinge, dass er mit Zeit, Geduld und vielen positiven Erfahrungen immer mehr davon hinter sich lassen kann.
Es sind genau diese kleinen Schritte, die unseren Tierheimalltag ausmachen: Katzen einfangen, damit nicht noch mehr ungewollter Nachwuchs entsteht, Hunde kennenlernen, die plötzlich ihre Menschen finden, und Tiere wie Titou dabei begleiten, wie sie zum ersten Mal in ihrem Leben entdecken, dass die Welt auch schön sein kann. ❤️